Interviewpartner im Beitrag „Kindertagesstätten als Geschäftsmodell“ im „morgenmagazin“ (ZDF) am 03.04.2013, 08:56-09:00 Uhr
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Zuweilen kann man schon – in einem ersten emotionalen Impuls – auf den Gedanken kommen, im nächsten Leben wird man Jurist. Denn die machen aus allem ein Geschäftsfeld, nehmen dann ordentliche Honorare und lassen sich nicht abspeisen mit warmen Worten und einem dahingehauchten Danke für aufklärerische Beiträge. Was man gerade aktuell beobachten kann am Beispiel des anstehenden Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr, der zum 1. August 2013 nach einer langjährigen Übergangszeit scharf gestellt wird und der seit Monaten für Aufregung und Diskussionen sorgt, denn offensichtlich werden einige, wenn nicht sehr viele Kommunen erhebliche Probleme haben, diesen Rechtsanspruch auch erfüllen zu können. Da tauchen im Netz die ersten Webseiten von Anwaltskanzleien auf, die sogleich ein großartiges Geschäft wittern mit frustrierten Eltern, die partout keinen Platz bekommen und die sich durch eine Klage vor dem Verwaltungsgericht etwas versprechen.
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Schon seit längerem wird ja in diesem Land eine Debatte geführt über einen angeblich grassierenden Fachkräftemangel – und wo es nicht überall mangelt: Ärzte, Ingenieure, neuerdings auch junge Leute, die überhaupt eine Ausbildung machen können wollen. Und immer wieder gibt es auch kritische Anfragen an diese Rede über einen flächendeckenden Fachkräftemangel, so beispielsweise in Form einer grundsätzlichen Infragestellung des behaupteten Fachkräftemangels bei den Ingenieuren, wie sie der Arbeitsmarktexperte Karl-Dieter Brenke vom DIW immer wieder vorträgt. Wie dem auch sei – in zwei Bereichen werden wir in den vor uns liegenden Jahren dann erhebliche Stellenbesetzungsprobleme bekommen, wenn sich nichts grundlegendes ändert: Zum einen gerade nicht, so meine These, bei den Akademikern, die so gerne im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte gerückt werden, sondern bei den vielen Facharbeitern in der Industrie und im Handwerk, die das Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft bilden und bei denen große Gruppen rein altersbedingt den Arbeitsmarkt verlassen werden. Hier sind wir u.a. konfrontiert mit der Tatsache, dass die jetzt immer lauter klagende Wirtschaft in den zurückliegenden Jahren oftmals schlichtweg zu wenig ausgebildet hat. Und in einem anderen Bereich haben wir bereits jetzt einen regional ausgeprägten Fachkräftemangel, der sich vor dem Hintergrund der definitiv zunehmenden Zahl an alten, pflegebedürftigen Menschen weiter zuspitzen wird: in der Altenpflege.
So weit die Diagnose, aber die Rettung scheint nahe.
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Deutlich mehr Frauen würden gerne in Vollzeit arbeiten als noch vor ein paar Jahren. Das liegt nicht nur an veränderten Rollenbildern, sondern auch an der wirtschaftlichen Situation, wie eine Studie nun ergab. Und: Egal, wie viel Frauen arbeiten und wie sehr Männer sich um die Kinder kümmern – den Druck, beides unter einen Hut zu bringen, empfinden beide ähnlich, schreibt Violetta Simon. Sie berichtet über eine Studie von Pew Research über „Moderne Elternschaft“. Mehr als die Hälfte der Mütter und Väter fühlt sich von der Herausforderung, Familie und Job unter einen Hut zu bringen, gestresst. Violetta Simon verweist auf die erheblichen Verunsicherungen, die zu einem Charakteristikum „moderner“ Eltern zu werden scheinen:
„Was Müttern ebenso wie Vätern in ihrem Alltag besonders zu schaffen macht, ist der permanente Zeitdruck – 40 Prozent der Mütter und 34 Prozent der Väter fühlen sich der Studie zufolge permanent gehetzt. Und obwohl Väter heute dreimal so viel und Mütter doppelt so viel Zeit mit ihren Kindern verbringen wie vor 50 Jahren, sind sie extrem verunsichert: Durch die zahlreichen Anforderungen, denen sie gerecht werden müssen, zweifeln Eltern immer öfter, ob sie sich auch genug Zeit für ihre Kinder nehmen.“
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Immer wieder wird über „Privatisierungen“ berichtet. Der Zeitgeist der 1990er Jahren transportierte damals eine sehr positive Grundstimmung gegenüber Privatisierungen, wurde doch „dem Markt“ unterstellt, dass er bzw. die auf diesem operierenden privatwirtschaftlichen Unternehmen grundsätzlich effektiver und effizienter seien als der Staat oder gemeinnützige Anbieter. Nun hat sich das in den vergangenen Jahren sicher deutlich relativiert, nicht nur durch die Finanzkrise, sondern sicher auch durch ganz handfeste und oftmals ernüchternden Erfahrungen, die wir als Bürger mit den vielgepriesenen privatisierten Unternehmen machen mussten.
Viele Bürger werden aber sicher nicht wissen, wo überall privatisiert worden ist – Bereiche, die man einerseits aus dem Bauch heraus den Kernbereichen des hoheitlichen Handelns des Staates zuordnen würde und wo es andererseits gar keinen Wettbewerb zwischen miteinander konkurrierenden Unternehmen gibt oder geben kann, weil diese Einrichtungen oftmals als monopolistische Anbieter agieren (müssen). Nehmen wir als Beispiel zum einen privatisierte Psychiatrien, die zuvor als Landeskrankenhäuser in staatlicher Trägerschaft waren und als zweites Beispiel – man mag es prima facie nicht glauben – der Maßregelvollzug, wo psychisch kranke Straftäter weggesperrt werden.
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Das Online-Thema im März 2013 beim Deutschen Jugend-Institut (DJI): Kindertagespflege auf dem Prüfstand.
Darin auch ein Beitrag von mir und Nicole Kukula zum Thema „Leistungsorientierte Vergütung in der Kindertagespflege – Systementwicklung zwingend notwendig„.