Es gibt in der Realität ohne Zweifel Marktversagen – aber es gibt auch das Staatsversagen. In Deutschland gibt es das Staatsversagen zuweilen in dreifacher Dosis – als Bundesversagen, Länderversagen und als kommunales Versagen. Und ausbaden
müssen das erwartungsgemäß die Bürger. Ein weiteres Beispiel für Staatsversagen auf der ganzen Linie erleben wir derzeit bei dem Ausbau der Kindertagesbetreuung in Westdeutschland.
Stefan Sell
Es gibt eine „Hierarchie der Hilfebedürftigkeit und -berechtigung“ in den Köpfen der Menschen. Schon früher wurde über „gute“ Arme und „schlechte“ Arme diskutiert. Über „echte“ und „falsche“ Alleinerziehende gibt es seit einigen Jahren vor allem aufgrund ihres hohen Anteils und der langen Verweildauer im Grundsicherungsbezug eine Debatte. Über bemitleidenswerte Kranke und faule Drückeberger. Ein hierarchisches Universum des „verdient Hilfe“ bis „muss bestraft werden“ tut sich da auf. Ganz besonders problematisch ist die Fremdwahrnehmung für viele Langzeitarbeitslose. Individualisierung, Personalisierung und Moralisierung von Arbeitslosigkeit der vergangenen Jahrzehnte haben ihre breiten Spurrillen hinterlassen. Wenn man diesen Kontext berücksichtigt, dann ist die Berichterstattung über die Ergebnisse der vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführten Umfrage „Das Bild der Bevölkerung von Hartz IV-Empfängern“ nicht wirklich überraschend.
16.10.2012, Adenau
Podiumsdiskussion „Bildung im Vergleich: Rheinland-Pfalz und Ruanda“
in der Komturei Adenau mit Dr. Hans-Jürgen Berg (Bildungsministerium Rheinland-Pfalz), Prof. Dr. Alfons Matheis (Umweltcampus Birkenfeld), Prof. Dr. Stefan Sell (Hochschule Koblenz) und Dr. Richard Auernheimer (Präsident des Vereins Partnerschaft Rheinland-Pfalz-Ruanda), Moderation: Heinrich Schöneseifen (SWR)
13.10.2012, Stuttgart
Vortrag bei der bei der Informations- und Protestveranstaltung zum Landeshaushalt 2013/14 und zur Tarif- und Besoldungsrunde 2013 der GEW Baden-Württemberg